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85 Jahre SPD-Ortsverein Buchholz in der Nordheide


Die Entwicklung Buchholz vom Bauerndorf zum Heidetor nach Hamburg begann 1874 mit der Errichtung des Buchholzer Bahnhofs auf der Strecke Hamburg-Bremen. Seit 1899 gab es die Rüttgers-Schwellenimprägnier-anstalt , seit 1912 eine Betriebswerkstatt.

Diese Arbeiter gründeten 1926 den SPD-Ortsverein Buchholz. Man traf sich in der Sportlerkneipe “Heidelust” bei Gastwirt Kröger in der Königsberger Strasse. 1929 gab es 18 Mitglieder, davon nur eine Frau.

Der einzige Buchholzer Genosse in der Kreistagsfraktion des Landkreises Harburg war von 1921-25 der Vorschlosser Wilhelm Renner.

Bei der Reichtagswahl 1930 wählten in Buchholz 21% SPD und 40% NSDAP. Letzter OV-Vorsitzender vor dem Verbot durch die Nazis war Friedrich Bode (18.11.1898 - 21.12.1984), der bei den Rüttgers-Werken arbeitete.
Mit der Machtübernahme durch die Nazis hing am Schornstein der Kalksandfabrik eine Nazifahne. Bode kletterte dort hinauf, holte die Fahne runter und schickte sie anonym per Postpaket an den berüchtigten Nazigauleiter Otto Telschow mit dem Vermerk “Zurück, Muster ohne Wert”. Eine Woche war Bode in Nazihaft, man konnte ihm aber nichts nachweisen, 1934 verlor er aber seine Arbeit bei den Rüttgers-Werken.

Der Eisenbahnschlosser Anton Tietjen (Schwiegervater unserer heutigen Genossin Barbara Tietjen) gehörte ebenfalls zu den damaligen aufrechten Buchholzer Sozialdemokraten Telschow veranlasste seine Strafversetzung nach Hamburg, später Cuxhaven, wodurch seine Familie große Not litt, da er kein Trennungsgeld erhielt. Während des Krieges war er wieder in Buchholz und versuchte, die Lage der Zwangsarbeiter in Buchholz zu lindern.

Nach den letzten demokratischen Kommunalwahlen im März 1933 (SPD 15,2%, NSDAP 62,1%) wurden die 4 gewählten Sozialdemokraten vom NSDAP-Fraktionsvorsitzenden Mahler wie folgt beschimpft: ”Sozialdemokraten heißen von heute bei uns Verbrecher. Wir brauchen sie nicht”.

Nach 1945 begründeten Anton Tietjen und Friedrich Bode den Neuanfang der Buchholzer SPD. 1947 unter dem Vorsitzenden Schlossermeister Nicolaus Wagner gab es schon wieder 114 Mitglieder, bei der Landtags-wahl 1947 erhielt die SPD 38,9%.

Erster sozialdemokratischer Buchholzer Bürgermeister nach dem Kriege wurde am 09.10.1947 Heinrich Ficken.

Von 1976-1981 war unsere Margareta Braasch die erste Buchholzer Bürgermeisterin. 1987 bekam sie für ihre Verdienste die Ehrenbürgerschaft verliehen.

Von 1991-1994 war unser Götz von Rohr Bürgermeister.

Seit 2002 ist mit Dieter Hoppe ein weiterer Sozialdemokrat Ehrenbürger. Er war von 1986-2001 Ortsbürgermeister von Holm-Seppensen.

Unser Norbert Stein war von 2001 -2006 der erste hauptamtliche Buchholzer Bürgermeister. 1945 hatte Buchholz ca. 5 000 Einwohner, heute über 40 000.

Die heutigen Probleme und Gestaltungsmöglichkeiten sind andere, aber wie in der Vergangenheit fühlen wir uns auch zukünftig den Werten Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit zum Wohle der Buchholzer Bürger verpflichtet.

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